Veröffentlicht:

LABOR C Bernhard Augl

EXPERIMENTIERFELD FÜR AUFSTREBENDE CHOREOGRAPH:INNEN UND TÄNZER:INNEN

 

ABSCHLUSSPRÄSENTATION: FR, 11.08.2023 | 19:00

DOMENIG STEINHAUS | STEINDORF AM OSSIACHER SEE

EINTRITT: EUR 18,00 | 12,00

Info: ccb@ccb-tanz.at | www.ccb-tanz.at

Das Center for Choreography Bleiburg/Pliberk veranstaltet nach mehrjähriger Vorbereitung die erste Ausgabe des LABOR im Domenig Steinhaus in Steindorf am Ossiacher See. Vom 5. bis 11. August treffen aufstrebende Choreographen auf Tänzer:innen und entwickeln jeden Tag ein neues Kurzstück an einem neuen Ort im beeindruckenden DOMENIG STEINHAUS. Während des LABORs werden die aufstrebenden Künstler:innen vom Mentor Guido Markowitz begleitet.

Am 11. August um 19 Uhr findet ein Abschlussshowing, bei dem ausgewählte Kurzstücke des LABORs präsentiert werden, statt. Nach dem Showing gibt es außerdem eine Gesprächsrunde gemeinsam mit den Künstler:innen.

Das LABOR dient als Inkubator für die nächste Generation an Künstler:innen und unterstützt sie bei der Entwicklung ihrer eigenen choreographischen Sprache sowie dem Austesten verschiedener kompositorischer Werkzeuge. Das LABOR stärkt zudem das Netzwerken und wurde als Förderung für aufstrebende Choreographie- und Tanztalente in ganz Europa und weltweit entwickelt.

Jeden Tag eine neue choreographische Aufgabe.

Jeden Tag eine neue Konstellation.

Jeden Tag ein neuer Ort.

Jeden Tag ein neues Kurzstück.

Mehrere Tage lang haben die eingeladenen Choreographen die Möglichkeit unter der Leitung des diesjährigen Mentors Guido Markowitzmit Tänzer:innen Kurzstücke zu choreographieren. Ein großer Fokus liegt dabei auf der ortsspezifischen Arbeit mit den besonderen Gegebenheiten im Domenig Steinhaus. Jeden Abend werden die Ergebnisse des Tages in internen Showings. Am Ende des Labors haben die Choreographen Zeit, noch einmal tiefer in ausgewählte ihrer Kurzstücke einzutauchen und sie für das abschließende öffentliche Showing weiter auszuarbeiten. Für die erste Ausgabe des LABOR wurden aus den Einreichungen 2 Choreographen und 6 Tänzer:innen aus 6 Ländern ausgewählt. 

Dieser intensive Austausch soll sowohl ein choreographisches Probierfeld mit persönlichem Mentoring als auch internationales Networking ermöglichen. Das Center for Choreography Bleiburg/Pliberk strebt außerdem an, mit den Künstler:innen eine nachhaltige Zusammenarbeit zu etablieren und sie auch in anderen CCB-Formaten, wie z.B. der Langen Nacht des Tanzes, einzubinden.

DOMENIG STEINHAUS

Das LABOR wird 2023 im DOMENIG STEINHAUS stattfinden. Wir möchten bewusst den Ort zum Schwerpunkt des Programmes machen und die einzelnen Kurzstücke ortsspezifisch mit verschiedenen ungewöhnlichen Raumerlebnissen entstehen lassen.

Wir möchten das Potential ausschöpfen, nicht nur klassische Theaterräume zu bespielen, sondern neue experimentelle Wege finden und Kunst niederschwelliger außerhalb von etablierten Kulturhäusern anbieten.

 Das DOMENIG STEINHAUS ist Ausgangspunkt und Resonanzraum für kreative Prozesse. Im Sinne von Günther Domenig soll die hier erlebte Architektur als Inspirationsquelle dienen, Diskurs und Dialog anregen sowie schöpferische Neugier fördern. Im Gegensatz zu einer Kulisse eröffnet die Vielfalt der hier gebauten Form ein performatives Erleben von Architektur im Dialog mit Kunst, Wissenschaft und Wirtschaft, das in den jeweiligen Veranstaltungen und Projekten spürbar werden soll. Das DOMENIG STEINHAUS erfährt sich als in physische Form gegossene Anregung, über Grenzen zu denken und diese in Interaktion mit dem Haus umzusetzen.

MENTORING: GUIDO MARKOWITZ

Foto: Sebastian Seibel

Statement: „Die neuen Wilden sollen sich aufmachen und unter meiner Anleitung und Reflexion entwickeln, nach ihrer Tanzsprache suchen und sie stärken. Die Choreograph:innen sollen sich künstlerisch auseinandersetzen, thematisch vorgegebene Konzepte umsetzen und mit eigenen Ideen füllen. Der Veranstaltungsort wird dabei eine sehr wichtige Rolle spielen. Der Ort inspiriert und gibt Bereiche vor. Immer neu müssen sich die jungen Choreograph:innen der gegeben Situation anpassen. Dadurch entsteht Vielfallt in Bewegung und eine sehr kreative Auseinandersetzung mit sich und der Umgebung. Tägliche Gespräche und Feedbacks untereinander lassen die Choreograph:innen an sich selbst wachsen. Frei sollen die Künstler:innen sein, damit ihre Kunst fliegen kann. Das Ziel ist, dass wir jungen Choreograph:innen die Change geben zu zeigen, wer sie sind, sich finden, experimentieren, sich verlieren und am Ende mit den Zuschauer:innen fliegen.“

BIO Guido Markowitz (Mentoring 2023): (*23. Mai 1969 in Villach) ist seit 2015 Ballettdirektor am Theater Pforzheim, Dozent an der Zürcher Hochschule der Künste und Vorstand des Verbands Tanzszene Baden-Württemberg. Bis Juni 2021 bekleidete er zudem das Amt des Vorstands des Dachverbands Tanz Deutschland, wo er u.a. das Pilot-Projekt „Tanz digital“ initiierte. Sein Werkverzeichnis umfasst knapp 60 abendfüllende Neuschöpfungen im zeitgenössischen Ballett und Tanztheater sowie Regie und Choreografie für Produktionen in den Sparten Schauspiel, Oper, Operette und Musical. Als einer der ersten Choreografen in Deutschland initiierte und kreierte er abendfüllende Tanzstücke für Jugendliche und junge Erwachsene. Hierfür wurde er mehrfach mit Bundespreisen geehrt. 2022 wurde er zum Kopf des Landes Kärnten für Kultur gewählt. 2019 wurde er für seine herausragenden Leistungen im zeitgenössischen Tanz mit dem Isadora-Preis der Iwanson-Sixt-Stiftung München geehrt. Mehrfach wurden seine Werke für den deutschen Theaterpreis DER FAUST nominiert, so u.a. „Mozart-Requiem – Feiert das Leben!“.

Oben v.l.n.r.: Beatrice Ieni, Thomas Weal, Maya Kahanov, Brieuc Guinard Unten v.l.n.r.: Leon Bernhofer, Giovanni Molendi, Noah Oost, Coline Hemery

CHOREOGRAPH:INNEN

Leon Bernhofer (23 Jahre alt), geboren in Klagenfurt, tanzt seit 11 Jahren. Nach vielen Battles, Jams (und Pseudonymen) im Hip Hop-Bereich gründete er die Lindwurm Destruction Crew. Seit 2018 organisiert er Veranstaltungen, wie das Urban Playground Festival. Außerdem ist er als Regisseur für eigene Tanztheaterproduktionen tätig und hat bei mehreren Theaterproduktionen (Hungry Sharks, Theater EigenART, etc.) mitgewirkt.

Brieuc Guinard ist ein:e Tanzmacher:in aus Frankreich, der derzeit in Brüssel lebt. Nach einem Mathematikstudium änderte Brieuc die Laufbahn radikal und studierte Tanz an der Ménagerie de Verre in Paris und am TicTac Art Center in Brüssel. Brieuc interessiert sich für die psychologischen und sozialen Aspekte von Tanz und Performance – was passiert mit Darsteller:innen auf der Bühne und wie überträgt sich das auf das Publikum? Wie kann der Tanz uns ermöglichen, zusammen zu sein?

TÄNZER:INNEN

Coline Hemery ist eine 1999 geborene französische Bewegungskünstlerin, die in den letzten vier Jahren in verschiedenen Tanzprogrammen in Frankreich, Italien und Ungarn ausgebildet wurde. Im Jahr 2021 hatte sie die Gelegenheit, mit Jill Crovisier an ihrem Stück „SIEBEN“ zu arbeiten und Teil der Tourneebesetzung in Frankreich und Polen zu sein. In der vergangenen Spielzeit war Coline Mitglied des SUB.LAB.PRO The Ensemble Program, wo sie u.a. mit Annamari Keskinen, Csaba Molnár, Adrienn Hód und Manuel Ronda arbeitete.

Beatrice Ieni begann ihre Tanzausbildung im Alter von 4 Jahren in Italien. 2018 zieht sie in die Niederlande, wo sie sich an der ArtEZ, Universität der Künste, einschreibt. Hier lernt sie Künstler:innen, wie Dunja Jocic, Lee Trisha Johnston, Nicole Beutler, Ohad Naharin, Sidi Larbi Cherkaoui,  Amos Ben Tal und Lucinda Childs kennen. In der Spielzeit 2021/2022 geht sie als Praktikantin ans Staatstheater Kassel. Ab der Spielzeit 2022/2023 ist sie Mitglied der Tanzkompanie am Staatstheater Braunschweig im Rahmen des Dis-Tanz-Start Programms.

Maya Kahanov, 22 Jahre alt, begann ihre Karriere in der Tanzschule „Mehola“. Von 2012 bis 2019 studierte sie an der „Jerusalem Academy of Music and Dance“. 2017 nahm sie an der „Batsheva“-Tanzschule für herausragende Tänzer:innen teil. 2018 und 2019 erhielt sie Stipendien der „America-Israel Cultural Foundation“. Darüber hinaus erhielt sie drei Stipendien in Israel, Österreich und den USA. In den Jahren 2019-2021 tanzte sie in der Kibbutz Dance Company 2. 2021-2022 tanzte sie in Jasmin Vardimons junger Kompanie „JV2“ in England. 2023 begann sie mit der Choreografin Noa Turner und der Choreografin Sigal Armoza zu arbeiten.

Giovanni Molendi ist ein 18 Jahre alter Tänzer aus Italien. Er kommt aus dem zeitgenössischen und modernen Bereich mit einem Jahrzehnt an Breakdance-Erfahrung und einem breit gefächerten Ausbildungs-hintergrund, der Ballett, Hip-Hop, Improvisation und Floorwork/Flying low umfasst. Derzeit studiert er an der italienischen Tanzschule “Axis Danza Udine“, die ihm durch Gastlehrer:innen die Möglichkeit gab, verschiedene zeitgenössische Stile und Repertoires kennenzulernen.

Noah Oost ist 20 Jahre alt, kommt aus den Niederlanden und interessiert sich für Tanz, Choreographie, Performancekunst und Poesie. Zurzeit ist Noah im vierten Jahr des Bachelorstudiengangs Tanz an der Codarts University for the Arts in Rotterdam und macht gleichzeitig eine Ausbildung beim Saarländischen Staatsballett in Saarbrücken. In Noahs eigener Arbeit werden auch Fotografie, Schreiben, Film und Musik integriert.

Thomas Weal ist ein zeitgenössischer Tänzer aus Australien. Alter von 14 Jahren begann er eine Vollzeit-Tanzausbildung am Australian Dance Performance Institute (ADPI). Seit Februar 2020 studiert er an der Palucca Hochschule für Tanz in Dresden. Derzeit choreographiert Thomas ein neues Stück mit dem Arbeitstitel „Detach“. Während seines Bachelorstudiums hatte Thomas kürzlich die Gelegenheit, mit dem Sorbischen Nationalensemble zu trainieren und extern aufzutreten. Nach Abschluss seines Bachelors 2023 wurde Thomas ein Ausbildungsvertrag für die Spielzeit 2023/24 mit dem Saarländischen Staatstheater in Saarbrücken angeboten.