Produktion "Ich bin maßlos in allem"

C Werner Berg Archiv

„Ich habe eine Welt und diese Welt brennt! Und wo etwas brennt, da entsteht Kraft. Und diese Kraft reißt mit!“ – Christine Lavant

Das Center for Choreography Bleiburg/Pliberk präsentiert sein neuestes Projekt, eine choreographische Theaterproduktion, welches zum Siegerprojekt des 2. Calls der Kärntner Kulturstiftung gewählt wurde. Das Projekt widmet sich unter der künstlerischen Leitung und Regie von Zdravko Haderlap der Dichterin Christine Lavant.

Lavant (1915-1973) wurde vom Verlag Otto Müller in Salzburg lange Zeit auf ein Bild festgelegt, das sie als mit Gott hadernde, arme kranke Strickerin darstellte. Ihr einzigartiges Prosawerk wurde dabei lange Zeit vernachlässigt, und bedeutende Erzählungen wie ‚Das Wechselbälgchen‘ gerieten in Vergessenheit. Erst durch die vierbändige Werkausgabe im Wallstein-Verlag (2014-2018) erlangte Lavant posthum eine breite Leserschaft, insbesondere durch bisher unveröffentlichte Texte.

Die Kritik würdigte nicht nur Lavants Lyrik, sondern entdeckte auch in ihrer bisher wenig bekannten Prosa völlig neue Seiten der Dichterin. Inzwischen wird sie in seltener Einhelligkeit zu den bedeutendsten deutschsprachigen Autorinnen des 20. Jahrhunderts gezählt. Lavants Stärke liegt in ihrem unbestechlichen Blick auf menschliche Verhältnisse und ihrer liebevollen Betrachtung derjenigen, denen das Leben weniger wohlgesinnt ist. Sie ist die Dichterin der Armut und der oft unerfüllten Liebe.

Ihre eigene Welt wird in ihrer Literatur durch die technisch freie Form ihres Schreibens, Gedankenstimmen und die Verschmelzung von Außen- und Innensicht, zu einem Instrument des Begreifens und einer anteilnehmenden Erkenntnis transformiert. Lavant, eine autodidaktische Frau, zeigte sich in Briefen als ebenbürtige Gesprächspartnerin berühmter Zeitgenossen wie Thomas Bernhard, Hilde Domin und Martin Buber.

Die choreographische Theaterproduktion verfolgt das Ziel, sich mit den Mitteln des Choreografischen Theaters auf künstlerische Weise einer außergewöhnlichen Dichterin und Frau zu nähern. Dabei soll das stereotype Bild aus der Vergangenheit aufgebrochen werden, um eine tiefere Wertschätzung und Rezeption ihres Werkes zu ermöglichen.

Text: Klaus Amann

Übersetzung ins Slowenische: Jana Pavlič

TERMINE:

07.03.2024 (Uraufführung | praizvedba) | 19:30
09.03.2024 | 19:30
14.03.2024 | 19:30
15.03.2024 | 19:30
16.03.2023 | 19:30

ORT:

Kulturni Dom Pliberk/Bleiburg
Völkermarkter Str. 10, 9150 Bleiburg 

TICKET-INFO:

25 EUR | 20 EUR ermäßigt (Studierende, Jugendliche, Erwerbslose)

Tickets sind erwerbbar über den Petzenlandla-Ticketshop: https://ticket.petzenlandla.at/ 

Reservierungen sind möglich via Mail: ccb@ccb-tanz.at

Bei Rückfragen sind wir telefonisch erreichbar: +4367762823602

Konzept und Inszenierung: Zdravko Haderlap
Dramaturgie: Jana Pavlič
Musik/Komposition: Tonč Feinig
Bühnenbild: Majda Krivograd
Kostümbild: Katarina Zalar
Schauspielerin: Anne Bennent
Tänzer:innen: Nur Giménez Villaroya, Tura Gómez Coll, Filip Löbl, Martina Rösler, Kacper Szklarski, Lia Ujčič, Thales Weilinger
Choreographische Assistenz: Christina Comtesse, Martina Seidl
Regieassistenz: Imke Logar-Thiessen
Lichtdesign: Jaka Šimenc
Ilustrationen: Neža Šivec
Ton: Andraž Gabrijelčič, Mathias Kunauer
Wissenschaftliche Betreuung: Klaus Amann
Kaufmännische Leitung: Jutta Mitteregger
Produktionsleitung: Mirjam Sadjak
Künstlerische Gesamtleitung: Zdravko Haderlap
Fotografie: Karlheinz Fessl
Video: Clemens Thurn-Valsassina, Mario Ciperle
Technische Unterstützung: Primož Kokovica, Karl Krištof
Bühnenbau: Benjamin Butej
Akrobatik-Training: Danijela Zajc
Social Media: Hanna Novak
Garderobiere: Traudi Rudolf
Abenddienst: Dana Gregorič, Ela Grilc, Ajda Kušej, Hannah Mödritscher, Christian Eneas Sienčnik

Alle künstlerischen Biografien finden Sie in diesem Beitrag ganz unten: hier klicken!

Eine Produktion des Center for Choreography Bleiburg/Pliberk
Ein Gewinnerprojekt des 2. Calls  der Kärntner Kultur Stiftung 

Von 21. April bis 18. Mai fanden verschiedene Veranstaltungen im Rahmen der Ingeborg-Bachmann-Kuppel am Karlsplatz beim Moore-Brunnen statt. Am 4. Mai 2023 um 18 Uhr war das Center for Choreography Bleiburg/Pliberk teil des Programms der Ingeborg-Bachmann-Kuppel, die vom 21. April bis 18. Mai am Wiener Karlsplatz stand.

Bespielungskonzept: Gerhard Fresacher
Anne Bennent liest Christine Lavant
Musik: Tonč Feinig
Moderation: Klaus Amann

Ein Vorgeschmack auf das choreografische Theaterprojekt „Ich bin masslos in allem“. Die Produktion ist eines der Gewinnerprojekte der 2. Ausschreibung der „Kärntner Kulturstiftung“. Die literarisch-biografische Annäherung an Christine Lavant wird am 07. März 2024 im Kulturni dom in Bleiburg / Pliberk uraufgeführt! 

Unterstützt durch die Internationale Christine Lavant Gesellschaft 

C Werner Berg Archiv
C Pabst

17. Lange Nacht des Tanzes Bleiburg

C Pabst

Samstag, 08.06.2024

18:30 – 23:30

An vielen unterschiedlichen Orten in Bleiburg

Das Markenzeichen des CCB-Jahresprogramms findet wieder am 08. Juni 2024 in Bleiburg statt. Die Stadt wird in eine lebendige Bühne verwandelt, wenn Künstler:innen aus über 10 Nationen zeitgenössische Tanzperformances präsentieren. Dieses Festival, das sich durch wandelnde Themen und die Bespielung verschiedener Orte auszeichnet, bietet ein einzigartiges Erlebnis für Künstler:innen und Publikum gleichermaßen.

Informationen folgen bald!

Künstlerische Leitung: Anna Hein
Produktionsleitung: Mirjam Sadjak
Kuratierung: Anna Hein, Hanspeter Horner, Mirjam Sadjak
Technische Leitung: Mathias Kunauer
Kaufmännische Leitung CCB: Jutta Mitteregger
Produktion: Vincenzo Gatta, Eva Leick, Hanna Novak
Leitung LNT-Projektchor: Julian Gamisch, Anna Hein
Grafikdesign: Major Tom

Residenzprogramm am Werkhof Bistrica

C Motyl

Residenz: 26.04. – 05.05.2024

Im Jahr 2024 öffnet das Center for Choreography Bleiburg/Pliberk (CCB) erstmals im Werkhof Bistrica seine Türen für zwei interdisziplinäre Künstler:innengruppen. Diese erhalten die einzigartige Gelegenheit, sich 10 Tage lang intensiv mit dem Thema „ZEITENWENDE“ auseinanderzusetzen. Das CCB schafft einen geschützten Raum, in dem Künstler:innen ihre kreativen Fragen vertiefen und weiterentwickeln können. Am Ende dieser Forschungsphase präsentieren die Teilnehmer:innen ihren Arbeitsstand in einer öffentlichen Abschlussveranstaltung, sei es in Form von Studio-Besichtigungen, öffentlichen Performances, Workshops oder Ausstellungen.

In den letzten Jahren hat das CCB bemerkt, dass es einen großen Bedarf an ergebnisoffenen Formaten gibt, insbesondere angesichts der Fülle von Bewerbungen und Forschungsinteressen im Bereich Tanz. Das CCB hat immer politische künstlerische Fragestellungen unterstützt und möchte mit diesem neuen Format eine Plattform schaffen, auf der interdisziplinäre Arbeit gefördert wird. Hier haben die zwei Künstler:innengruppen Giusy Cirillo (IT) & Samanta Malavasi (IT) sowie KarolIna Wyrwal (POL), Marcin Motyl (POL) und Paul Tinsley (GB) die Möglichkeit, sich mit verschiedenen Fragen rund um das Kernthema auseinanderzusetzen und sich auch innerhalb der zwei Gruppen intensiv auszutauschen.

Das Center for Choreography Bleiburg/Pliberk hat mit diesem neuen Format innerhalb des seit 2022 laufenden CCB-Konzepts die Absicht, die Wichtigkeit interdisziplinärer Forschung in der Kulturszene hervorzuheben. Hierbei wird bewusst auf den Druck von Produktionen, Auftragswerken und die Einbindung in Performances verzichtet. Gleichzeitig strebt das CCB an, langanhaltende Partnerschaften mit den ausgewählten Künstler:innen zu schaffen und die Forschungsergebnisse aus dem Werkhof Feistritz als Ausgangspunkt für weitere Forschungsprojekte und Kollaborationen mit den Künstler:innen zu nutzen.

Die Research-Initiative im Jahr 2024 mit zwei Künstler:innengruppen ist ein bedeutsamer Schritt und wird als erstmalige Ausgabe angesehen. Das Ziel ist, dieses Format zukünftig in regelmäßigen Abständen, entweder jährlich oder alle zwei Jahre, durchzuführen. Dabei erkennen wir erhebliches Potenzial für Wachstum und die Möglichkeit, das Konzept über längere Zeiträume hinweg auszudehnen. Wir planen, mehrere Künstler:innengruppen einzuladen, spezifische interdisziplinäre Themenschwerpunkte zu erforschen und regionale sowie internationale Kollaborationen zu fördern.

Künstler:innen: Karolina Wyrwal (POL), Marcin Motyl (POL), Paul Tinsley (GB)

„Haphazard“ entfaltet sich als Erforschung der Entropie und erfasst die inhärente Verschiebung in Richtung Chaos in unserer sich wandelnden Welt. In dieser interdisziplinären Residenz gehen wir über individuelle Bereiche hinaus und untersuchen Themen des Alterns, des Verfalls und der gesellschaftlichen Desintegration, die sich am entscheidenden „WENDEPUNKT“ vereinen. Inspiriert von Glitch-Art und dekonstruktivistischen Philosophien integriert unsere Forschung Tanz, bildende Kunst und Klang, um die Verkörperung von Bewegung zu erforschen. Das Projekt erkundet die allmähliche Zersetzung und Transformation von Formen durch visuelle Elemente, schafft Verbindungen zwischen kosmischem Chaos und menschlicher Erfahrung und vertieft unser Verständnis von Entropie im größeren kosmischen Kontext. Verankert in einem interdisziplinären Ansatz ist „Haphazard“ nicht nur eine Aufführung; es ist eine lebendige, atmende Erforschung, die darauf abzielt, die Grenzen künstlerischen Ausdrucks neu zu definieren und Wahrnehmungen der entropischen Kräfte, die die Welt formen, herauszufordern. Während wir den kreativen Prozess navigieren, bleibt der anfängliche Ausgangspunkt offen für Evolution und Transformation.

Künstler:innen: Giusy Cirillo (IT), Samanta Malavasi (IT)

„Abitare“ ist ein Tanzprojekt der bildenden Künstlerin Samanta Malavasi und Tänzerin Giusy Cirillo. Diese multidisziplinäre Installation verschmilzt Tanz und bildende Kunst, um persönliche und universelle Geschichten zu erzählen. In der modernen Ära hat sich der Begriff des ‚Wohnens‘ verändert, wobei Häuser von sozialen Treffpunkten zu digital isolierten Umgebungen entwickelt haben. Unser Projekt erforscht visuell die zeitgenössische Isolation, indem es zeigt, wie Individuen digitale Räume navigieren, während sie sich nach menschlicher Verbindung sehnen. Durch Tanz und bildende Kunst möchten wir zur Reflexion darüber anregen, das Zuhause als Ort der Begegnung und Verbindung zurückzugewinnen und dabei eine ausgewogene, sinnvolle Lebenserfahrung inmitten der Herausforderungen der digitalen Isolation zu inspirieren. „Abitare“ strebt danach, eine neue Perspektive auf das Leben in der heutigen Welt zu fördern, wobei der entscheidende Bedarf betont wird, die digitale Entfremdung zu überwinden und eine harmonischere Beziehung zu unseren häuslichen Räumen zu schaffen.

Informationen folgen bald!

Mit dem WERKHOF BISTRICA geht das CCB eine neue Kollaboration mit einem Ort ein, der für künstlerische Forschung wie geschaffen scheint. Der Werkhof bietet Raum, um schöpferischen Ideen Gestalt zu geben. Der Schwerpunkt liegt auf kreativem Gestalten, v.a. darstellende Künste, Bildhauen in Stein, Keramik oder auch Upcycling-Projekte und Projekte mit digitalen Medien. Der Werkhof bietet neben den Schlaf- und Essmöglichkeiten in den hauseigenen Werkstätten, dem Tanz-Saal und dem neugestalteten Seminarraum Platz dafür. Ca. um 1900 erbaut war das Haus in seiner Anfangszeit einer der größten landwirtschaftlichen Höfe in der Region. Nach einer sehr wechselvollen Geschichte beherbergte es von 1978 bis 1985 den J. G. Bläschke Verlag inklusive Druckerei. Ab 1989 mit der Übernahme durch Alfred Pototschnig trägt das Haus seinen Namen Werkhof Bistrica und seit dieser Zeit zeichnet das “Tätig-Sein”, das “Werkeln” den Hof aus.

Mehr Informationen finden Sie bald hier!

C Motyl
C Krištof

Schulworkshop am BG/BRG für Slowenen

C Krištof

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